Tagebuch-Eintrag aus Neumünster, Holstenhalle
vom 5.11.04.
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Description
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5.11.04 Neumünster, Holstenhalle, Dark Mystery Night
Aller guten Dinge sind 3. Die dritte und damit letzte (zumindest mit uns) Dark Mystery Night stieg in Neumünster. Die letzten beiden lagen uns noch ein wenig im Magen, waren die Hallen doch recht ungemütlich und die Backstageräume erstens nicht sehr sicher (…), kalt und vor allem laut…
Die Holstenhalle war da anders. Eine ovalförmige Sporthalle, die mit Holzboden ausgelegt war und eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlte. Der Backstagebereich war diesmal in einer Nebenhalle. Hell, beheizt und vor allem ruhig! Auch das Dudelsackstimmen hielt sich in erträglichen Grenzen.
Der Nachmittag wurde uns durch eine Autogrammstunde im örtlichen Mediamarkt verkürzt, diesmal aber ohne unplugged Nummern. Etliche Fans waren gekommen, nur einen Lagerarbeiter müssen wir schwer enttäuscht haben. Auf dem Weg zum Hinterausgang lief er uns über den Weg und meinte: „Oh, ihr seht ja ganz normal aus!“ Ja, was hat er denn erwartet? Dass wir in Ritterrüstung zur Autogrammstunde gehen? Tja, so ist das. Auch ein Musiker ist manchmal bloß ein Mensch…
Wieder zurück an der Halle mussten wir erstmal feststellen, dass alle Türen verschlossen waren. Zwei nette Goth-Mädels erklärten uns auch, warum: „Einlass ist erst um sieben!“ Hmmmmmmmm, mag ja sein, aber uns war kalt, wir hatten Hunger und überhaupt. Tourmutti Dirk lotste uns zum einzig offenen Hintereingang und ich machte mich über die Playstation her, um nach einer halben Stunde genervt und am Endgegner gescheitert zurück in die Halle zu kucken.
Stefan, Thomas und ich hatten dann die tolle Idee, einen äußerst hochwertigen Splatterfilm anzugucken. Außerirdische verwandeln unschuldige Menschen in Zombies, die sich dann von den Gehirnen anderer Menschen ernähren. Fesselnde Dialoge („Trockne dein Haar!“, „Wir müssen ins Bad…“) und realistische Darstellungen! So weiß ich jetzt, dass man mit einer Dose Limo und einem Kugelschreiber jemanden umbringen kann. Wie das geht? Ganz einfach: Die Dose kräftig schütteln, dem Gegner in den Mund stecken und dann aus ca. 50 Metern Entfernung den Kugelschreiber in die Dose werfen. Peng! Dose platzt, der Gegner auch! Wie gesagt. Hochwertig und realistisch.
Den restlichen Abend, oder besser, die restliche Nacht bis zum Auftritt vertrieben wir uns damit, Zombie zu spielen. Dazu muss man aufstehen, die Arme halb vom Körper wegstrecken, dumm kucken und laut ouöööööö stöhnen. Und ruckartig in Zeitlupe bewegen.
Ach ja, und zu guter Letzt haben wir noch das Schandmaul-Pyro erfunden. Klein, laut, effektiv und billig. Man nehme einen Plastik-Kaffeebecher, drehe ihn mit der Öffnung nach unten und schlage mit der flachen Hand kräftig drauf. Bumm! Knallt lauter als ein Giga-Flash…
Nach etwas Verzögerung konnten wir gegen 1 auf die Bühne und spielten bis beinahe halb 3. Mit so angekurbeltem Kreislauf war Schafen fast aussichtslos und es wurde ein unruhiges Hin- und Hergewälze.
Auf geht’s zum letzten Tourtag in Bad Salzungen, heute mit Eric Fish als Support.