Ich wachte relativ früh auf und kletterte aus dem Bus. Erstmal große Verwirrung: Wo ist der Klub? Die Nightliner standen auf einer kleinen Seitenstrasse, direkt daneben eine Sparkasse, auf der anderen Seite ein Park. Nö, vom Aladin keine Spur. Auch Graf Zahl lief etwas verwirrt durch die Gegend und wir pilgerten zur Hauptstrasse. Aaaaaaaaaaaaah, da drüben, etwa 200 Meter die Hauptstrasse abwärts war es. Nichts wie hin, und durch seltsame Rampenkonstruktionen hindurch in den Backstagebereich zum Catering.
Die Backstagesituation selbst war alles andere als umwerfend, wenig Platz und davon nicht viel! Die Duschen im selben Raum wie die Toiletten, nur durch einen Vorhang getrennt – ne danke, dann mal einen Tag Rock’n Roll…
Auch mit der Bühne hatte unsere Crew ihre lieben Probleme. Auch hier galt: Wenig Platz und davon nicht viel… Die Hälfte der Produktion passte nicht drauf. So wurden die LED-Ketten, der fallende Vorhang und diverse andere Sachen gecancelt.
Dannys Backlineplatz konnte weder hinter noch neben die Bühne und so baute er sich kurzerhand unterm Schlagzeugriser auf. Von wo aus wir auch alle auf die Bühne mussten, der Rest war verbaut.
Ebenso lustig wurde es mit Jochens Monitorplatz. Der einzig freie Platz auf der Bühne war jetzt von Danny belegt. Also bliebt nichts weiter, als neben den FOH-Platz zu wandern. Also mitten in die Halle. Na großartig. Monitoransagen mussten entsprechend mit mehr oder weniger auffälligen Gesten gedeutet werden.
Dann kam das Konzert und wir fädelten uns auf die Bühne. Annas Haare verfingen sich ständig in den Wirbeln meiner Gitarre und so manches Mal hatte ein unachtsamer Kollege meinen Gitarrenhals im Kreuz. Für mich war aus diesem Grund das Konzert in Bremen das unangenehmste der bisherigen Tour. Dem Bremer Publikum tat das keinen Abbruch und sie unterstützten uns auf unseren beschränkten Plätzen (jetzt weiß ich, wie sich ein Huhn in einer Legebatterie fühlt…) nach Leibeskräften und mit soviel Energie im Kreuz versucht man dann trotz widriger Umstände alles zu geben. Und die Fans schafften tatsächlich, das Gefühl auf der Bühne zu wandeln und brachten uns den Spaß in die Backen. Da kommen wir gerne wieder, aber wir werden genau überlegen, mit wie viel Mann welche Bühne Sinn macht…
Der Abend wurde noch durch den Besuch von unseren lieben Kollegen von Regicide abgerundet, mit denen wir noch das eine oder andere Bierchen tranken.
Gegen halb 2 stiegen wir an Bord, um in Richtung Hamburg aufzubrechen.