Um acht Uhr morgens geht nix mehr. Ich verlasse meine Koje und laufe zur apostolischen Kirche, die uns wie immer auf diesem Festival den Nightlinerparkplatz stellt. Nur ist diesmal nichts offen! Bisher konnte man auf den gepflegten Toiletten immer sein Morgengeschäft erledigen. Und jetzt?! Zu! Na toll! Cese ist auch schon wach und so beschließen wir, den Fußweg zur Waldbühne anzutreten. Hier gibt es Waschräume und vor allem Kaffee!
Und Catering rollt auch schon an. Nach einem Gepäckshuttle bin ich einsatzbereit. Oder vielmehr so was Ähnliches, denn nach der letzten Nacht mit extrem wenig Schlaf fühl ich mich a bissl wie ferngesteuert.
Es ist an der Zeit, mal wieder ein paar Burgen zu bauen, das lenkt zumindest ab. Bevor alle Ablenkung schlagartig versagt und die ersten Dudelsäcke gestimmt werden. Gibt’s da nicht auch was von Absolut dagegen? Fragt sich nur, ob der Spieler oder der Zuhörer konsumieren muss. Für den Zuhörer, also mich, ist es eindeutig noch zu früh und die Spieler sind mir zu weit weg. Also greife ich zu Plan b und nehme Kopfhörer. Das ist zwar so, wie wenn man statt zu duschen einfach Parfüm verwendet: Zunächst hilft’s ein wenig, aber das ungute Gefühl bleibt…
Wir sind wieder im Kindergarten untergebracht und haben neben einem riesen Raum mit eigener Burg auch einen eigenen Garten mit selbstgebauten Harry Potter Impressionen. Da steht der Turm von Askaban gleich neben Harry Potters Zauberhütte.
Und da ist noch diese Weichbodenmatte, auf die ich mich kurz zum Ausruhen lege. Aus dem kurz wird allerdings ein waschechter Mittagsschlaf und nach eineinhalb Stunden wache ich wieder auf. Rischtisch! Von Dudelsackstimmereien. Jetzt versuch ich’s dann doch mal mit Absolut. Der macht’s zwar nicht leiser, aber erträglicher…
Das Abendessen ist ein echter Knaller und findet zum Glück zeitig genug statt, um nicht durch den Bühnenboden brechen zu müssen.
Das Festival ist inzwischen in vollem Gange und die erste Band hat es bereits hinter sich. Es ist also langsam an der Zeit, sich auf den Auftritt vorzubereiten. Der Weg zur Bühne ist nicht der nächste und die Umbauzeit relativ kurz, sodass wir schon einige Minuten vor Showstart hinter der Bühne sein müssen.
Hier stoßen wir auch an, machen unser Kreisritual und schon geht’s los. Schöne Kulisse, schöne Show!
Hinterher heißt es sich beeilen, denn wir haben einen langen Ritt vor uns nach Landshut, wo wir pünktlich um 9 aufschlagen müssen. Also heißt es schnell duschen und raus zu den Fans, wo ich das erste originale Duckyfanten T-Shirt überreicht bekomme. Dann ruft uns „der Panzer“ an Bord und wir sind kurz nach Mitternacht wieder auf der Straße.
Ich versuche es mal mit der Koje und verabschiede mich nach oben.