Wir haben viel vor für heute: Schneemann bauen, Fotos, Tourscherze für die Instanz überlegen und, und, und… Deswegen stehe ich relativ zeitig auf – was man auf Tour so unter zeitig versteht eben, also um kurz vor 12.
Doch was ist das?!? Kein Schnee in der Schweiz??? Ne, nicht ein winziger Restfleck. Dafür weht ein Wind, so warm wie ein Heizlüfter. Gibt es in der Schweiz etwa auch so was wie Fön? Anscheinend! Die Sonne lacht zusätzlich und unsere Schneemannidee schmilzt so schnell dahin, wie sie entstanden ist.
Dafür fällt uns für die Instanzler was ein, dazu aber später…
Zunächst einmal nutze ich das herrliche Frühlingswetter und gehe Frischluft tanken. Der Rhein ist nicht weit weg und ich spaziere über Feldwege und kleine Straßen, bis ich an seinen Ufern stehe. Ich verweile ein wenig und sehe einfach nur dem Wasser beim Fließen zu. Dann mache ich mich auf den Rückweg zum Klub, das Schweizer W-Lan ausnützen. Noch einmal DSL genießen, bevor ich mich bei mir zuhause wieder mit ISDN herumschlagen darf…
In der Zwischenzeit sind alle Kollegen am Start, nur Micha, der Basser von der Instanz, schleicht ziemlich bleich durch die Gänge. Er hat den Staffelstab übernommen und ihn hat die Magen-Darm-Grippe erwischt. Da muss der arme Kerl jetzt durch, wir wissen alle, wie er sich fühlt. Schlappmachen geht jetzt aber nicht, er hat schließlich ein paar Vorkämpfer gehabt. Und die Stuhl- und Eimeraktion klappt auch in diesem Fall….
Nachdem wir fertig mit unserem Soundcheck sind, sind die Kollegen aus Dresden dran und als die dann fertig sind, haben wir freie Bühne für gewisse Umbauarbeiten. Es wird weihnachtlich! Lamettabänder, Christbaumkugeln, Schokonikoläuse und was der Supermarkt sonst so an Deko hergegeben hat wird auf Equipment und Instrumenten verteilt.
Nicht ganz durchdacht, wie sich herausstellen soll… Denn Schokonikoläuse auf Röhrenverstärkern schmelzen gern dahin, Lametta im Gitarristenfussboard kann zu Kurzschlüssen führen und Christbaumkugeln, die herunter fallen, können zerbrechen – ungünstig, wenn die Hälfe des Supports barfuss spielt.
Großeinsatz für Murdock: Mit Helm und Besen kehrt er Schwibbs die Scherben unter den Füßen weg und auch das Kurzschlusslametta ist schnell entfernt, sodass die Show gefahrlos laufen kann. Dafür wird als Gegenleistung „Dein Anblick“ – sagen wir – interpretiert und zu unserer Show dann gibt mir Holli den einen oder anderen Schnaps aus.
Dafür wiederum interpretieren wir „das Stimmlein“ und nach einer würdigen Tourabschlussshow stehen wir alle gemeinsam auf der Bühne um uns zu verbeugen. Die Schweizer haben ein weiteres Mal bewiesen, dass sie feiern können!
Wir ziehen uns um, gehen noch mal raus zu den Fans, bevor wir in die Busse steigen und nach der Grenze noch einmal anhalten, um einen endgültigen Abschlusskreis zu bilden.
Das hat mal wieder einen riesen Spass gemacht! Und was für eine Tour war das denn Mal?! Trotz Kotzeritis sehr harmonisch, sehr spaßig, sehr denkwürdig. Jetzt haben wir uns erstmal ein wenig Urlaub verdient, bevor wir am 26.12. das Jahr bei einer Show in Osnabrück endgültig ausklingen lassen. Bis dahin und bis zum nächsten Mal