John parkt zum fünften Mal den Bus um. Es ruckelt und schaukelt. Ich gebe das mit dem Schlafen auf und kletter aus der Koje. Unten flucht John, weil ihm alle paar Minuten ein neuer Parkplatz zugewiesen wird und er nicht ins Bett kommt.
Ich laufe in der Europahalle ein. Ganz schön bombastischer Name für diese Stadthalle. Das klingt so nach internationalem Top-Act Auftritt mit 15000er Kapazität. In Wahrheit spielen hier Bands wie Schandmaul und es gehen ungefähr 2500 Leute rein.
Stadthallen haben ja meistens den Charme eines alternden Kühlschranks, dafür sind die Backstageräume oft tipptopp und sauber. Und auf den Toiletten hier in Trier finde ich eine weitere Rarität, wie ich sie noch aus meiner Jugend kenne: Den Parmesanseifenspender! Kennt ihr noch diese genialen Edelstahlbehälter mit der Kurbel an der Seite, nach deren Betätigung geraspeltes Seifenmehl in die Hand staubt? Großartig! Warum gibt es die eigentlich nicht mehr? Ich finde die Dinger ja viel toller als Flüssigseife und werde mal im Netz stöbern, wo man so Teile herbekommt. Für zuhause!
Tanja und Martin hängen noch ziemlich in den Seilen, einen neuen Krankheitsfall haben wir bis dato aber nicht zu verzeichnen. Der Tag verstreicht ohne besondere Vorkommnisse und gegen 16 Uhr werden wir zum Soundcheck gerufen. 10 Minuten, dann haben wir 2 Nummern angespielt und alles passt. Kurz vorm Abendessen gibt es noch ein Meet an Greet.
Der Abend kommt und wir stehen zum ersten Mal seit einigen Shows wieder alle 6 gesund und fit auf der Bühne. Entsprechend Spass macht uns allen die Show!
Hinterher duschen, umziehen und raus zu den Fans, bis die Security stückchenweise die Halle räumt. Wir sitzen mit den Instanzlern noch ein wenig zusammen, bevor jeder in seinen Bus klettert und wir uns auf die Weiterreise nach Tuttlingen machen.