Was für ein Offday war das denn gestern?!? Der erste SC. Handmaul auf Speiberltours! Wie im letzten Tourbericht schon angedeutet, geht’s bei mir um sieben Uhr in der Früh am Rastplatz los. Dann schaffe ich es gerade noch rechtzeitig vom Bus zum Hotel. Ruppi ist auch nicht besser dran. Er schmeißt seine Koffer neben die Rezeption hin, ruft nur „Toilette“und verschwindet. Ich schaffe zumindest bis in mein Zimmer. Den Rest des Tages verschlafe ich, von ein paar Klopausen mal abgesehen.
Am nächsten Tag erfahre ich, dass es auch Thomas, Dirk, Birgit, Freddy und Andy erwischt hat. Zumindest wurde dieser Offday tatsächlich mal das, was er eigentlich sein sollte, in der Realität aber nie ist: Eine Auszeit…
Ich erwache am „Morgen danach“ und es geht mir deutlich besser. Noch etwas schlapp auf den Beinen aber immerhin. Bei den übrigen Kollegen ist das ähnlich. Wir laufen nach und nach im Capitol ein. Andy kocht scharfe Gemüsesuppe, die bringt schon mal ein wenig Lebenskraft zurück. Ansonsten wird feste Nahrungsaufnahme heute noch eher dezent betrieben. Dafür wird umso mehr Flüssigkeit konsumiert. Auf alle Fälle sind wir alle guter Dinge, die Show heute Abend in kompletter Besetzung durchzustehen. Von Anfang bis Ende.
Das Capitol hat zwei entscheidende Vorteile: Eine Waschmaschine und einen Trockner! Da bei allen langsam aber sicher die Unterhosen knapp werden ist heute Großwaschtag und die beiden Dinger sind in Dauerrotation. Saubere Wäsche! Herrlich!!!!
Am späten Nachmittag bekommen wir noch 2 Flaschen furchteinflößenden Inhalts geschenkt. Ein 45%iger Kräuterschnaps, der auch so was wie Chili drin haben muss, so wie das Zeug brennt. Aber: Es hilft! Ich versuche NACH der Show (kein Risiko davor…) einen Schluck und der brennt echt alles weg, was sich da so in Bazillen- und Virenform festsetzen oder ausbreiten will.
Jetzt wird es langsam Zeit für die Jungs von La Brass Banda, den Abend – der letzte mit ihnen – zu eröffnen. Hiasl hat heute seinen großen Gastauftritt, er will unbedingt „Autobahn“ mitsingen. Und macht das auch!
Wir ziehen uns um, begeben uns in Richtung Bühne, wo heute ein Eimer auf jeder Seite steht – sicherheitshalber… Aber es kommt so, wie es kommen sollte: Alle halten durch! Mentale Power rules! Kurz vor der Show haben wir uns noch über Schiffbrüchige unterhalten, die 20 Stunden in rauer See überlebt haben oder über Bergsteiger geredet, die sich irgendwelche Extremitäten eingeklemmt und durch Amputation derselben mit dem Taschenmesser gerettet haben. DAS ist mentale Power, da werden wir doch mit so nem Kack- und Kotzvirus fertig werden.
Nach der Show gehen wir noch zu viert raus zu den Fans. Stefan und Birgit hauen sich sofort in die Koje. Die beiden hat es am schlimmsten erwischt. Unsere bandinterne Achse des Elends. Die Fans sind verständnisvoll und nehmen mit dem relativ fitten Rest Vorlieb.
Besonders alt wird heute aber keiner und nach und nach laufen wir im Bus ein. Ab heute fahren wir wieder im Doppelstock.