Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…
Der 1. SC. Handmaul setzt seine Tournee heute in der Hauptstadt dieser Republik fort, im guten alten Huxleys.
Ich verlasse gegen 12 Uhr den Bus und komme genau in Martins lustige Caseburg, die mit dem Minifahrstuhl in den ersten Stock befördert werden muss. Kiste für Kiste für Kiste. Jede einzeln. Das dauert. Von dem her gar nicht schlecht, dass heute erst um 22 Uhr Showtime ist. Ich beziehe unseren Backstageraum und mit Kaffee und Rührei startet dieser Tag, der sich noch als ein geschichtsträchtiger erweisen soll.
Produzent Trosi kommt mit seiner Familie vorbei und hat neben den legendären kleinen Zahnfreunden (silberne Zahnstocher in Hülle) auch Audiomaterial vom 14.11. dabei. Damit wir was hören können. Und das tu ich auch bald darauf. Tja, und was soll ich sagen: Ordentlich gezockt! Das klingt ungemixt alles schon recht amtlich!
Frau Schmitt von Subway schaut noch vorbei und besucht uns und wir trinken ein Wässerchen zusammen. Stefan tigert schon den ganzen Tag nicht wirklich fit durch die Gegend und legt sich im Backstageraum auf die Couch, um vor der Show noch mal Kräfte zu tanken. Er hat einen Anflug von Grippe und übel ist ihm auch bereits den ganzen Tag. Er sieht nicht gut aus, beißt aber die Zähne zusammen und betritt gegen 22 Uhr mit uns die Bühne.
Dann startet die Show und ein Blick zum Drummer macht deutlich: Hier kämpft gerade einer übelst ums Überleben. Sorgenvolle Blicke auch von Matthias. Dann kommen die Backliner und streichen das Bass-Schlagzeug-Solo nach Rücksprache mit Stefan von der Setliste. Ich habe so ein Gefühl, dass das nicht alles sein wird und tatsächlich, ein paar Nummern später verschwindet unser Schlagzeuger von der Bühne. Er klappt völlig zusammen, die Sanis kommen und wir entschließen uns, den Abend unplugged ohne Drums fortzusetzen. Wir schmeißen die Setliste komplett um, ziehen Nummern aus der Schublade, die sich als Unpluggedversion eignen, auch wenn sie vorher nicht geprobt oder geplant waren.
Jetzt heißt es Teamwork und Improvisation! Wir zocken so gut es geht und nach einer Dreiviertelstunde kommt Stefan noch einmal für 4 Nummern auf die Bühne, dann geht nichts mehr und wir verabschieden ihn. Es ist wieder die Akustikgitarre angesagt und wir bringen den Abend wenn auch nicht zum krönenden, so doch zu einem würdigen Abschluss.
Später bei der Autogrammstunde schlägt uns eine Welle der Sympathie und des Respekts entgegen, dass wir ein weiteres Mal froh um unser verständnisvolles Publikum sind. Mit hundertfachen Grüssen an Stefan gehen wir zurück in die Garderobe und starten in einen dringend benötigten Offday!
Der kommt, wie sich zeigen soll, genau richtig, denn auf der Fahrt nach Hannover überkommt die Übelkeit noch weitere Band- und Crewmitglieder. Da haben wir wohl einen kleinen, miesen Magen-Darm-Virus an Bord! Bei mir selbst geht’s um 7 Uhr morgens los, gerade, als wir an einem Rastplatz stehen. Zum Glück… Der Offday wird dann im Hotelbett bzw. Hotelklo verbracht…. Der nächste Tag sieht dann schon wieder deutlich besser aus…