Letztes Festivalwochenende für dieses Jahr! Wir treffen uns am Vorabend am Proberaum, um von Schneiderin Claudia Maß für unsere neuen Bühnenklamotten nehmen zu lassen. Die wird es dann auf der Tour zum neuen Album zu sehen geben. Das ganze funktioniert folgender Maßen: Unsere einzelnen Wunschvorstellungen hatten wir bereits ein paar Wochen vorher genannt. Jetzt werden ein paar Leinensäcke abgesteckt, um die Passform auszutüfteln. Wir ziemlich alternativ aus in diesen hellen Jutesäcken…
Die geplante Probe fällt aus Zeitmangel aus und wird auf den Soundcheck am nächsten Tag verschoben. Um 23.30 heißt es dann „alle an Bord“ und los geht’s nach Hanau. Immer noch nicht ganz auf der Höhe, begebe ich mich recht bald in meine Koje. Macht auch nicht wirklich Spass, wenn um einen herum alle Feiern und man selber bei lecker Mineralwasser rum sitzt. Gute Nacht!
Entsprechend bin ich viel zu früh wach. Catering gibt’s erst um 11 und so bleibt noch reichlich viel Zeit zum totschlagen. Ich versuche es mit einem kleinen Spaziergang, bei dem mir aber leider sehr schnell langweilig wird. Vielleicht sollte ich demnächst doch mal einen meiner Hunde mitnehmen? Ich glaube, vor allem Stefan wäre begeistert… Der behauptet zwar immer, er mag Tiere – deshalb isst er sie auch nicht mehr – aber anfassen??? Freiwillig nie…
Bei solchen tiefsinnigen Gedanken vergeht die Zeit und ich kann mir schließlich eine Grundlage für die Medikamente verschaffen und mir eine Semmel mit Rührei einverleiben. Jetzt kann der Tag kommen!
Und er kommt. Mit geballter Langeweile, dafür aber mit Sonnenschein. Ich baue eine gewagte Stromkabeldoppelsteckerüberplatzausbackstagecontainerlaptopversorgung und baue Burgen. Heute werden Zufallsgegner platziert und ausgeschaltet. Irgendwann stört der Soundcheck meine mir inzwischen liebgewonnene Monotonie und danach gibt es Abendessen. Für mich gibt es ein kleines Stück Fisch in Kornflakepanade und 2 Salzkartoffeln. So üppig bespeist kann der Abend kommen!
Das Amphitheater füllt sich zusehends und ist schnell brechend voll. Wir rocken ein überlanges Set, weil wir die Karten ganz schön teuer fanden und dafür auch entsprechend was bieten wollten. Nach gut 2 Stunden ist die letzte Zugabe verklungen und wir gehen bei inzwischen – 28,3 Grad zitternd in den vorgewärmten und an Charme nicht zu überbietenden Backstagecontainer. Schnell warm angezogen und raus zu den Fans auf ein paar Schnacks, Fotos und Autogramme. Dann geht es an Bord und ich – leider mal wieder viel zu früh und viel zu nüchtern – in die Koje…